Powergaming



Interview zum Thema: Powergaming

Über das Thema "Powergaming" sprach die Redaktion mit Sascha.

Redaktion: Sascha, das Wort Powergamer wird seit einiger Zeit in DSA-Kreisen des öfteren benutzt. Was möchtest Du unseren Lesern zu diesen Thema sagen?

Sascha: Mir läuft schon ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich dieses Wort nur höre! Powe...., nein ich spreche dieses Wort jetzt nicht aus! Ist es doch alt bekannt, daß einen dann sieben Jahre lang das Unglück verfolgt!

Redaktion: Oh, das ist für uns neu. Woran erkennt man denn Deiner Meinung nach einen Powergamer?

Sascha: Ihr sollt doch dieses Wort nicht aussprechen! (Sascha schlägt mehrere Schutzzeichen) Diese Leute sind doch nicht schwer zu erkennen. Zum Beispiel bewaffnen viele DSA-Spieler Ihre Helden mit scharfen Waffen und steigern fleißig bei ihrem Krieger die Kampffertigkeiten!

Redaktion: Nein, so etwas gibt es? Dein Held ist nicht bewaffnet?

Sascha: Natürlich ist mein Held bewaffnet. Kämpfe lassen sich ja nicht immer umgehen.

Redaktion: Verrate doch bitte einmal unseren Lesern, was für einen Helden Du spielst und womit er bewaffnet ist.

Sascha: Ich spiele einen Bürger, der mit einem Stuhlbein bewaffnet ist.

Redaktion: Ist das nicht sehr brutal?

Sascha: Nein, ich habe es extra mit Stoff umwickelt. So ergibt sich ein Schaden von W6-2! Und ich habe da noch einen kleinen Trick auf Lager. (Sascha blickt sich vorsichtig in alle Richtungen um und spricht mit gedämpfter Stimme) Ich habe da so spezielle Würfel. Die benutzte ich immer zum Auswürfeln des Schadens.

Redaktion: Und diese Würfel...

Sascha: Ja, genau. Die würfeln keine 5 und keine 6! (Sascha strahlt über das ganze Gesicht)

Redaktion: Was man nicht alles tut, um kein Powergamer zu sein!

Sascha: Nein, nicht dieses Wort!

Redaktion: Entschuldigung.

Sascha: Es kommt aber noch besser. Ich benutze auch beim Steigern spezielle Würfel, so daß mein Bürger immer noch "Stumpfe Hiebwaffen" auf 3 hat - in der 9. Stufe!

Redaktion: Äh, ...

Viele von Euch werden jetzt vielleicht sagen, daß es so etwas doch gar nicht gibt, daß das doch völliger Blödsinn sei. So habe ich auch gedacht, als ich vor vielen Jahren anfing DSA zu spielen. Irgendwann stolperte ich dann allerdings über verschiedene Artikel, die mir die Augen öffneten. Ich mußte feststellen, daß es da draußen eine ganze Reihe von DSA-Spielern gibt, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, jeden als Powergamer zu beschimpfen, der auch nur leicht überdurchschnittliche Werte besitzt. Dabei frage ich mich allerdings, was daran überhaupt so verwerflich sein soll. Die einzige Erklärung, die ich für ein solches Verhalten finden kann, ist, daß die Leute die Spielidee von DSA nicht verstanden haben! Es geht doch gerade darum in die Rolle eines Helden zu schlüpfen. Und Helden sind eben besser als der Durchschnitt. Ich versuche mir gerade vorzustellen wie das wohl aussieht, wenn so eine "Um Gottes willen! Ich bin kein Powergamer-Gruppe" die Gezeichneten-Kampagne spielt. Ich stelle es mir für den KK-10 Krieger, der nur Messer im Kampf benutzt, schon schwer vor, etwas gegen Borbarads Dämonenheer auszurichten. Aber dieses Handicap kann man ja sicher durch "gutes Rollenspiel" wettmachen! "Gutes Rollenspiel" - das Schlagwort der Anti-Powergamer überhaupt! Nein, versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen gutes Rollenspiel! Ganz im Gegenteil! Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum man denn mit guten Helden kein gutes Rollenspiel veranstalten können soll! Gerade zu hochstufigen, mächtigen Helden paßt es doch, daß sie schillernde Persönlichkeiten darstellen, und diese zu spielen kann rollenspielerisch sehr interessant sein. Das soll nun nicht heißen, daß es nur Spaß macht solche Helden zu spielen. Ich freue mich immer wieder, wenn ich einen neuen Helden in der ersten Stufe beginne, auch wenn ich mit ihm noch nicht viel bewegen kann. Ich habe den Verdacht, daß es vielen Anti-Powergamern dabei gar nicht um die Sache geht, die sie so eifrig vertreten. Vielmehr scheint es so, daß sie unbedingt auffallen wollen, daß sie sich von der Allgemeinheit abgrenzen wollen. Während sich die meisten freuen, wenn Helden besser werden, ärgern sie sich eben. Ich habe übrigens überhaupt nichts dagegen, wenn jemand einen Helden mit niedrigen Werten spielen möchte. Dann soll er aber bitte nicht darüber beschweren, wenn sich nicht alle dafür begeistern lassen. Eine Sache möchte ich allerdings noch klarstellen, da es vielleicht sein könnte, daß sonst ein falscher Eindruck entsteht. Man findet hin und wieder irgendwelche selbst erschaffenen Heldentypen, die besser sind als jeder der offiziellen, Helden, die magische Artefakte tragen, daß selbst die mächtigsten Magier Aventuriens vor Neid erblassen würden und selbst erfundene Zaubersprüche, mit denen man halb Dere einäschern könnte. Das entspricht nicht meiner Vorstellung von DSA. Das ganze sollte sich schon in einem gewissen Rahmen bewegen, der die Regeln berücksichtigt.

Einen Powergamer-Artikel muß ich hier übrigens unbedingt noch abdrucken. Als ich den gelesen habe wäre ich fast vom Stuhl gekippt:

"Die Zwölfe zum Gruße !

wäre einer von euch so freundlich und würde mir mal einen Held der Stufe 9-12 schicken, damit ich ihn mit denn unsrigen vergleichen kann, denn solangsam glaube ich wir sind PG !!! (Krieger der Stufe 9 hat 70 LE!)"