Von Strebern und Chaoten
Oh, welch ein Glück! Der große, ehrwürdige Meister hat DEIN Zimmer zum Austragungsort der nächsten Spiele bestimmt und kündigt seinen Besuch mit Gefolge schon für den nächsten Abend an.
- oder -
Du hast bei der Spielortbestimmung die Karte mit dem Grinseelf gezogen und mußt nun dein Zimmer für den nächsten Abend zur Verfügung stellen; wütend zerreißt du den Zettel, denn du weißt:
Ein guter DSA Abend muß gut vorbereitet sein und bedeutet viel Arbeit, vor allem danach!
Ganz egal, auf welche Art und Weise dein Zimmer zum Austragungsort irgendwelcher wilden Abenteuer wurde, ohne ein wenig Vorbereitung kann der Abend nichts werden, und damit du auch weiterhin Freunde hast, hier einige Tips, die du für die Vorbereitung nicht ganz außer Acht lassen solltest:
Also, erst einmal sollte man das Zimmer gründlich saugen (auch wenn es nachher wieder wie Sau aussieht) und danach zumindest grob aufräumen und dabei alles verstecken, was einen Spieler ablenken könnte. Bei solchen Spielern wie Hense dürfte das zwar schwer werden, da er selbst im heißesten Würfelgefecht aufsteht, um sich aus der anderen Ecke die Trilogie der 11 x 11 Tierarten zu holen, aber dann sollte man einen solchen Hense einfach eine Stunde vorher einladen, damit er sich alles in Ruhe angucken kann. Nichts nervt den Meister nämlich mehr, als Spieler, die gerade mit irgendeinem Firlefanz herum spielen, während der Meister seine mühsam vorbereitete Beschreibung der Endkampfhöhle vorliest. Meister tendieren dann schnell zu einem Lehrerverhalten, regen sich darüber auf: "maaan, was soll das denn?" und bestrafen den Spieler mit völlig wirren Aktionen: "So, Ändi, 10 AP´s weniger!"
Aber zurück zu den Vorbereitungen: Während sich also der Hense die neuen Musik CD´s durchliest, geht man am besten noch einmal durch das Zimmer und läßt alle Materialien verschwinden, die den Meister zu der Überzeugung bringen könnten, daß es bald mal wieder einen Heldentod geben müßte. Es ist z.B. äußerst schlecht, wenn der Meister auf dem Nachttisch das Abenteuer findet, was gerade gespielt wird. Auch sollten keinesfalls Tolkienbücher herumliegen, wenn man später nicht plötzlich irgendwelchen Superelfen begegnen möchte. Man legt also gerade schon wieder die Matratze auf das Bett, da klingelt es schon. Während man also Hense verspricht, daß er sich die CD´s mal ausleihen könne, läuft man schnell nach unten ins Erdgeschoss und öffnet den nächsten Gästen die Tür. Es zeugt nämlich von äußerst schlechtem Charakter, wenn die Eltern auch noch die Türe öffnen müssen, nachdem sie schon die ganzen Speisen und Getränke besorgt haben (man konnte halt selbst nicht, weil man noch alles vorbereiten mußte und Hense ja schön früher gekommen ist und sowieso hat der Meister seinen Besuch erst gestern Abend angekündigt!). Die anderen Spieler sind gekommen, pünktlich, 60 Minuten vor der Stunde X, dem Eintreffen des Meisters. Wenn man schon einmal unten herumsteht und die Gäste die Eltern begrüßt haben (kommt immer gut - auch für den nächsten Einkauf vor dem nächsten Spielabend), kann man die Gäste mit den ganzen Vorräten an Chips, Keksen, Cola, Saft, Gläsern, Tellern etc. beladen und dann gemeinsam nach oben ins Zimmer gehen, in welchem Hense gerade wieder irgend etwas interessantes gefunden hat; oder einfach nur seltsam rumkichert...
Nun bespricht man mit den anderen die Sitzpositionen (vorher sollte man sich natürlich die beste ausgesucht haben - schließlich ist es ja ein Heimspiel) und stattet die Mitspieler mit Kissen und Decken aus. Dem Meister läßt man die schäbige aber große Ecke, in der er sein unheilbringendes Werk ausführen kann (vor dem Kampf gegen einen Drachen oder dessen Hortplünderung sollte man dem Meister aus taktischen Gründen eventuell doch das Sofa überlassen...). Während die anderen Mitspieler also schon Gespräche über die nächsten taktischen Schritte im Abenteuer besprechen, holt man noch einige wichtige Dinge: Da wären z.B. die Handtücher oder Lappen, denn mit Sicherheit schlägt auch in dieser Nacht wieder der Tolpatschteufel zu. Oder ein weiterer Mülleimer, damit man am nächsten Morgen keine versteckten Müllnester mit angeknabbertem Spekulatius, vermischt mit Überresten aus Bleistiftspitzvorgängen und Apfelkitschen findet. Ja, und dann kann es eigentlich auch losgehen! Die Getränke und Gläser stehen bereit, Knabbereien und die Pizzabestellkarte liegen ebenfalls daneben, zwei Lappen versprechen schnelle Hilfe bei Attacken des Tolpatschteufels, was fehlt ist eigentlich nur noch der leckere Schokokuchen, welchen man dann auch just in diesem Moment aus dem Backofen unten in der Küche herausholt. Manche werden sich die Mühe sicherlich nicht machen, aber unterschätzt den Kuchen nicht! Nicht nur, daß er vor bösen Geistern schützt, er kann den Meister auch in einer überlebensentscheidenden Situation wieder auf den rechten Pfad bringen (und wir danken dem heiligen Schokokuchen, das er den tödlich angesetzten Orksäbel doch noch in gewisser Weise ablenken konnte...Guten Appetit!).
Und dann kommt auch schon der Meister und mit seinem Einmarsch die ersten abenteuerlich klingenden Töne aus den Lautsprechern der Anlage - lasset die Spiele beginnen! Vorher beantwortet man aber noch schnell die Fragen des Meisters: "Ne, ne, die anderen sind erst vor fünf Minuten gekommen!", "Ja die anderen sind unten rum gefahren!", "Ne, deinen Telefonanruf vor einer Viertel Stunde hab ich nicht gehört" (ein Anderer), "Ne, also wir dachten du wolltest da hinten in die Ecke! Da hast du doch viel Platz und in deine Sachen kann auch keiner reingucken!", "Ne, ich meine ich war nicht bewußtlos! Doch?, Och, muß ich wohl vergessen haben", "LE hab ich 76, nicht? Ne, also ich kann mich noch daran erinnern...