Halloween in Münster



Eigentlich war es ein ganz normaler Mittwoch Abend, wenn am nächsten Tag nicht Halloween gewesen wäre. Eigentlich wollten wir, das sind André, Arndt, Beni und Ändi, auch einen gemütlichen Filmabend bei Arndt mit "Der Patriot" und "Gladiator" machen. Eigentlich lief auch alles nach Plan. André und Arndt hatten auf dem Rückweg vom Stamm-Gyros-Mann "Harun" die Filme besorgt und Beni und Ändi beendeten pünktlich den Chat mit dem in Spanien weilenden Ködl. Und eigentlich wollten Beni und Ändi am Kiosk nur Mampfkram für den Film holen, eigentlich...
Aber es sollte alles anders kommen!
Beni hatte die Idee nach Münster zu fahren, um Stefan zu besuchen. Es war mittlerweile 21:30 Uhr. Aber spontan wie wir manchmal sind, genügte ein kurzer Anruf bei Stefan: "Ist ne geile Idee von Euch, echt! Ihr könnt gerne kommen!" Gut, der fand die Idee genial. Danach sind wir, Beni und Ändi, schon mit Bier im Wagen zu Arndt und André gefahren und die beiden hatten natürlich auch nix dagegen. Bereits eine halbe Stunde später waren wir auf der Autobahn in Richtung "Münster Süd", "Schloss So und so" und "hinter dem Turm links und dann" ... ach, schmeiß den Plan weg! Wir finden das schon so!
Mit ordentlicher Party Musik, einigen Bierflaschen und verdammt guter Laune (Hense konnten wir nicht mehr einsammeln, weil der in Bochum weilte) kamen wir dann auch um Mitternacht vor Stefans Haus an. Dreimal jeschellt und niemand hat aufgemacht. Hmm, ein Anruf bei Stefan brachte uns die Info, daß Stefan schon mal für uns eine gute Fete sucht. Wir sollen doch schon mal was vortrinken. Hah, wir hatten eine 1,5 stündige Autofahrt (mit kurzem Notstop in Recklinghausen, wegen überfüllter Blase) hinter uns und waren nicht untätig gewesen! Aber gut, die Idee von Stefan war in Ordnung, auch wenn wir wieder die 100 m zurück zum Auto laufen mußten, um das Gepäck wieder sicher zu verstauen. Nach der 2. Kneipe (wir hatten uns spontan zu einer Kneipentour entschieden) waren wir schon voll wie Tabaksäcke aus Guatemala. Vom alten Buddenturm in der Nähe mußte Beni eine unsichtbare Krähe aufgesammelt haben. Zumindest kamen aus seiner Richtung des öfteren solche Geräusche. Gelegentlich war dazu noch das Fauchen eines Tigers zu hören. Wir waren schon gut dabei, vielleicht schon in der Mitte des zweiten Sackes - ihr wißt schon! Unglaublich war auch, wie viele junge Leute da in unserem Alter rumrannten oder rumfuhren (ich sage nur Fahrräder!!!). Und da waren keine Asis bei. Obwohl... Da gab es doch diese Firma ASI-Consulting... Weiß der Elf, was das für eine Vereinigung war!
Irgendwann war es dann soweit, daß Münster von einer Wolke des Rausches überzogen wurde. Vielleicht stammte sie aus einem nahen Chemiewerk, oder so. Man konnte nicht mehr ganz so gut hören und sehen, nicht mehr ganz gerade aus laufen, nicht mehr ganz so klar denken und erst recht nicht mehr auf weiteres Bier verzichten. Wir waren in einer hoffnungslosen Lage! Ich weiß auch nicht mehr ganz genau, was dann passierte. Was ich wohl weiß ist, daß ich mit klarem Kopf nicht diese Kilometermärsche zurückgelegt hätte, um Stefan zu finden, der uns über Handy immer wieder seine neue Position/Fetenlage durchgab und uns dabei auf dem Hinweg zum einen Ort, wieder in die andere Richtung zurück schickte. Auf einem dieser Rückwege kehrten wir dann auch im "Bit Püntche" ein, wo Beni und Ändi riesen Spaß mit alten Säcken hatten, die nur coole Abgröhllieder von Wolfgang Petri und Co hörten. Das war schon nicht schlecht! André, der nichts getrunken hatte, weil er sich für eine Rückfahrt fit halten wollte (bislang hatten wir Stefan ja noch nicht gefunden!!), führte uns dann zu einem Schloß, in dem Stefan seien sollte. Vorher kehrten wir natürlich noch kurz "Im Buddenturm" ein. Das mit dem Schloß war auch wieder so ein Reinfall. Die Leute, mit denen wir uns draußen nett unterhielten, erzählten, daß die Schlange endlos und der Eintritt auch sehr hoch sei. Nix für uns! Da machten wir es uns doch lieber woanders gemütlich! Und so kehrten wir zum Abschluß noch kurz irgendwo ein, bevor wir um 3 Uhr in der Nacht den Entschluss faßten "das mit Stefan wird wohl nix mehr". Müde, benebelt und ganz und gar nicht mehr in Topform machten wir uns auf den Rückweg. Auf den Rückweg von einer Tour bei der wir eigentlich unseren ehemaligen Freund Stefan treffen wollten... Nein, Quatsch! Stefan ist auch heute noch unser Freund und was das witzigste am ganzen Abend war: Wir waren nicht mal sauer auf Stefan! Das lag daran, daß wir einfach zu gute Laune hatten, es auch ohne Stefan witzig war und vielleicht auch daran, daß wir öh ein, oder zwei Bier getrunken hatten! Also, bis zum nächsten Mal in Münster, wenn es wieder heißt (mit Hamburger Dialekt): "Deär Buddentuerm muß wuaankään!!"