Am 01.10.1999 war es soweit, die Crans Montana Tour III rollte an.
Naturgemäß gab es wieder eine seltsam komische Vorgeschichte,
doch die war so verzwickt, verzweigt, verästelt und so undurchschaubar
wie ein Glaskasten, in den man die 12 Meter Gedärme eines Menschen hineingequetscht
hat (dazu später). André und Arndt waren leider beruflich gezwungen,
eine der lustigsten und gefährlichsten Fahrten zu verpassen, dafür war
jedoch Urlaubsneuling Hense mit an Bord.

Ködl kam sogar früher
aus Osnabrück zurück, so daß Beni, Ködl und Ändi sofort
einkaufen gehen konnten. Hauptnahrungsmittel waren Sticks, Toastbrot und Eistee.
Wir hatten alles bis auf die Sticks und nun versuche man mal an einem Freitag
Nachmittag in einem Mönchengladbacher "Königs" Laden
(Name von der Red. geändert) leckere A&B Sticks zu bekommen.
Hartnäckig fuhren wir von Laden zu Laden und endlich, am fünften Laden
konnten wir die letzten 20 Packungen bekommen, puuh, Schwein gehabt.
Als wir dann abends losfahren wollten waren wir alle gespannt,
was für Hüte denn diesmal angezogen wurden, Hüte zu tragen ist
bei uns nämlich eine eiserne Pflicht. Ich fuhr also zuerst zu Hense.
Der hatte doch tatsächlich einen alten Pfadfinderhut von seinem Vater
aufgetrieben, der ihn wiederum von seinem Vater bekommen hatte und der ebenfalls
von seinem usw... Den konnte wirklich nur noch Ködl toppen, wir beide waren
gespannt. Nachdem wir dann alles eingeladen hatten und ein Großteil des
Kofferraums von Toastbrot ausgefüllt war, ging es ab zu Ködl.
Die Spannung stieg...........So, nun waren wir bei Ködl, wo Beni ebenfalls
schon saß. Sofort wurden die Hüte verglichen und Ködl hatte
tatsächlich einen neuen. Einen grünen Militärhut an den man alle
möglichen Sachen dran stecken kann, vom Feuerzeug bis zum Minikocher.
Der hatte zwar nicht so eine Vorgeschichte wie der von Hense, aber er war
irgendwie praktischer (vielleicht, weil man ihn auch anziehen konnte,
Henses Hut war nämlich ein bißchen zu klein). Natürlich
gab es wieder Probleme mit der CB-Funkanlage, aber André und Arndt,
die beide vorbei gekommen waren, konnten das Problem wieder beheben.
Benis Autoradio konnten wir allerdings nicht in den Opel einbauen und
so stand uns eine schreckliche Nacht bevor, was wir jedoch erst später
merken sollten. Stefan kam dann noch mit dem zweiten Wagen und lud diesen zusammen
mit Hense randvoll. Währenddessen berieten wir anderen uns im Haus,
wo wir denn Hense seine Geschenke überreichen sollten. Hense hatte
nämlich kurz zuvor Geburtstag und da es bei uns eine Tradition ist,
Geburtstage auf einer Raststätte zu feiern, war eigentlich schon alles klar.
Dann ging es auch schon endlich los und man verabschiedete sich von allen die da
waren, also von Familie K. und von Arndt und André, die ja beide nicht
mitkonnten, aber psst.....Vorsicht, Hense kommt.
Ändi und Stefan fuhren dann etwas langsamer und ach,
Ändi hatte noch etwas zu Hause vergessen. Irgendwie mußten wir
André und Arndt ja einen Vorsprung geben, da beide ja nach uns
losgefahren waren. An der Autobahnraststätte gab es dann ein freudiges
Wiedersehen, aber irgendwie hatte Hense wohl Wind davon gekriegt. Lag das daran,
daß Beni kurz nach Abfahrt fragte, wann wir André und Arndt treffen
würden??!!!!! Na ja, Hense bekam ein tolles Indiana Jones Poster
(was er später verlieren sollte), ein Kuscheltier und noch ein
bißchen Kleinkram und dann ging es wirklich ab in Richtung Schweiz;
ob Arndt und André bei unserer Abfahrt wirklich geweint haben kann ich
leider nicht bestätigen, es war einfach zu dunkel. Die Fahrt in dunkelster
Nacht war dann sehr langweilig und wenn ich das hier schreibe,
dann hat das auch was zu bedeuten. Während Ändi also den
Wagen lenkte hörte Beni hinten, auf der mit Decken, Schlafsäcken,
Proviantpaketen und Kissen bis zur Unkenntlichkeit vergemütlichten und
ausgestopften Rückbank, Walkman. Auf dem Beifahrersitz hatte es sich Hense
gemütlich gemacht und schlummerte friedlich vor sich hin. Wie gesagt, ein
Radio hatten wir nicht und so war alles leise, bis auf den monotonen Motorenlärm
und die wenigen Autos, die uns überholten. Hätten uns nicht ab und zu
Stefans Fahr- und Beni's Funkspäße

(ersteres sollte man aber nicht übertreiben- dazu ebenfalls später)
aufgeweckt, wir wären sicherlich alle eingeschlafen und hätten die
tolle Hinfahrt verpaßt. Die Fahrt bei Sonnenaufgang machte jedoch schon
wieder Spaß. (fragt die Leute auf der Raststätte, die uns gesehen
haben:

Wir wechselten uns mit Fahren ab und dann waren wir auch schnell in der
Schweiz und kamen in den letzten zivilisierten Ort vor Crans Montana. Dort
leisteten wir uns auch eine wilde Verfolgungsjagd (siehe: die wildesten
Verfolgungsjagden der Welt bei RTL),
jeder wollte als erster auf dem schmalen Paß in Richtung Crans Montana sein.
Dank der besseren Taktik war der Einsatzwagen 1, mit Ködl, Beni
und Ändi, als erster auf dem Holperweg, welcher oft nicht hinreichend
gesichert war, was man an den vielen Kreuzen und ausgebrannten Wracks am
Straßenrand erkennen konnte. Als wir schon 2/3 des Passes hinter uns hatten,
kam dann dieses fast tödliche Überholmanöver von
Wagen 2 (Stefan und Hense). Alle Erkenntnisse aus der Fahrschule mißachtend
überholte er uns in einer Rechtskurve und nur durch ein dramatisches
Bremsmanöver von Wagen 1 und durch noch viel mehr Glück, bretterte
der entgegenkommende, völlig überraschte Schweizer, 4.6 cm an Wagen
2 vorbei und wäre fast selbst in den Abgrund gestürzt. Als wir dann
am Haus waren gab´s erstmal eine kräftige Standpauke und eine zünftige
Keilerei,

danach war wieder alles in Ordnung, denn Wagen 1 hatte gesiegt.
Nachdem wir alles ausgeräumt hatten
packten wir unsere Sachen und wanderten sicherlich 6 Stunden lang hinauf zur
Gondel.....so hatten sich das zumindest Stefan und Hense vorgestellt,
doch die Mehrheit entschied sich für ein kleines Nickerchen, um die Lage erst einmal
zu überblicken.
Nach zwei Stunden rumgefleze dann wollten wir
Hense erst einmal die Stadt zeigen. Daß der Streethockeyplatz mit Basketballkorb
und zwei super Fußballtoren genau dort lag war purer Zufall, auch,
daß wir zufällig ;-) alle Fußballschuhe und Trainingsklamotten
mithatten – wöklich Hense! Nach einigen anstrengenden Stunden,
in denen sich Hense (der Ballsportarten haßt) auf die Tribüne
schlafen gelegt hatte (sein Taschengeld dadurch aber trotzdem nicht aufbessern konnte)
fuhren wir nach Hause um DSA zu spielen. Bei einem riesigen Kaminfeuer,

viel warmen Kakao und noch viel mehr Sticks begann dann das Abenteuer.
Der zweite Tag verlief dann so ähnlich und am frühen Abend
hatte Stefan eine verrückt gute Idee. Wir zogen uns schnell warm an,
nahmen noch einige Utensilien mit und gingen......zum Golfplatz. Nicht, daß nun
jemand denkt, wir wären so typische Golfer, mit Tasche, tausend Schlägern,
Spezialhandschuhen und Nockenschuhen, nein, so gingen wir da nicht hin.
Wir hatten dicke Jacken, Winterhandschuhe, unsere Hüte, drei Schläger
(die für alles benutzt werden) und Fuppesschuhe an. Wir gingen also zur Draiwing
Ränsch (oder wie auch immer dies heißen mag), sammelten ein paar von
diesen netten grünen Körbchen und machten uns daran die Bälle
einzusammeln.
Am Anfang wurde natürlich viel ausprobiert, mit welchem Schläger,
in welcher Position und mit wieviel Schmackes. Letzteres war dann auch nachher
am besten ausgeprägt. Unsere erste Lehrstunde endete dann mit dem
Zielschießen auf einen mittelweit entfernten Traktor, wobei Ködl und
Ändi klar über Beni, Stefan und Hense siegten. Unser Lieblingsschläger
war auf jeden Fall dat einser Eisen, während das sechser Eisen eher von Beni
favorisiert wurde. Dieses komische Teil mit dem dicken Holzklumpen wurde einfach
ausgegrenzt und als Außenseiter in der Hütte stehen gelassen. Ändi
hatte übrigens einen Spezialschlag entwickelt, der.......ach, später mehr.
Die Nacht beendete dann unser Bombardement und fürs erste blieb der Traktor am Leben,
fürs erste...

Am nächsten Morgen wanderten wir über den Golfplatz zum Bäcker,
wir wollten uns ja die angerichteten Schäden ansehen, doch leider versuchten
sich einige Anfängergruppen an der Ränsch und wir mußten unser
Unternehmen erst einmal einstellen. Zum Bäcker gingen wir aber trotzdem!
Und ratet mal, wen wir dort getroffen haben: Norbert aus Gangelt im Selfkant? Nein!
Rudi Immerdahr? Auch nicht! Es war uns Loddar (Matthäus), wie er leibt und lebt.
Beni geht also auch in die Bäckerei und grölt zu Stefan, Ködl und
Ändi, die draußen gewartet haben, "Ey, guckt mal, is dat nisch der Loddar?
Hi Loddar, Du hier, in unserer Stammbäckerei?" - nicht gelogen!!!
Das hat ihn aber scheinbar irgendwie genervt - ob ihm das wohl öfter passiert?
Schnell war er dann auch wieder verschwunden.
Nach dem Frühstück (wir hatten auch einen richtig coolen Ausblick),
wollte Hense unbedingt wieder zum Sportplatz, na gut. Später,
nach einigen Stunden Schlaf dann, konnten wir endlich hinauf auf die Alm, um unser
Abenteuer weiter zu spielen. Das Wetter war wirklich herrlich und die vereinzelten
Schneeflocken machten uns nichts aus.
Der kühle Abwind vertrieb uns
dann jedoch später vom Berg, stark unterstützt von Beni, der schnell wieder
auf sein Sofa mußte (Mist, er war der Meister),
denn solch erfahrene Überlebenskämpfer wie wir (dazu auch später noch mehr)
hätten uns vom Wind alleine nicht vertreiben lassen. Zuhause dann flezte sich
Beni schnell wieder in sein Sofa (Bild s.o.), ließ sich dies und das bringen
und stopfte sich mit Milchreis voll, während wir irgendwelche Rätsel
lösen mußten (vom Abenteuer her).
Benis Morgengymnastik am nächsten Mittag erheiterte dann alle,
sogar Ködl der Langschläfer kam aus seiner Muffelbude
gekrochen.
Wir anderen machten uns mit Wespenjagd fit,
die Plastikkeule von Ändi war wie dafür geschaffen. Hense kam zwar
mit
heh, die armen Tiere, doch nach ein paar Keulenschlägen kam
er wieder zur Vernunft. Er wurde sogar ein Abschußas, denn nur er kannte
den richtigen Tanz und die nötigen Rituale.
Hense wollten dann endlich wandern gehen, doch das Wetter verschlechterte sich zusehends.
Auch mit Genörgel und Stöhnen konnte uns Hense zu diesem riskanten
Unterfangen nicht überreden, und so spielten wir dann einfach DSA,
bis zum späten Abend, wo das Abenteuer dann jäh unterbrochen wurde.
Der Tolpatsch Teufel hatte sich eingeschlichen und kippte Ändis vollen Ravioli
Topf vom Tisch. Daß der zu weit am Rand gestanden haben soll halte ich für
ein Gerücht, das muß hier noch einmal klipp und klar gesagt werden.
Na ja, der ganze Raviolitopf fiel also vom Tisch auf Ändis warme Kuscheldecke
(Neiinnnn), über die Anlage (meine Decke), auf Stefans Heldenbogen (hihihi),
in Taschen (alles versaut, die ganze Decke) und erst an der Wand konnte die Flut
gestoppt werden. Nach dem Reinemachen dann hatte Ändi schlechte Laune,
vor allem auch, weil die dumme Deckenlampe nichts
bessere zu tun hatten, als Ändi immer wieder gegen den Kopf zu hauen,
während er putzte, na toll. Wir sammelten dann noch Abends ziemlich viele
Golfbälle und versteckten sie hinter so ner Hütte, mehr muß zu diesem
Abend nicht gesagt werden. (PUNKT!!!!!!!!).
Am nächsten Morgen dann war Golfen angesagt. Beni und Ändi waren
als erste da und bekamen tatsächlich von einem netten älteren Herren
eine kleine Golflektion, wenn der wüßte. Diese Lehrstunde brachte
natürlich gar nichts und dann kamen auch endlich die anderen. Wir mußten
uns ordentlich benehmen, denn die Ranch war ordentlich besucht.
Als dann jedoch die meisten Leute zum Mittagessen gingen, konnten wir loslegen.
Schlag um Schlag, Ball um Ball und Korb um Korb wurden hinweggefegt.
Hense hatte zwar die beste Technik,

aber getroffen hat er den Ball kaum,
da sieht man mal wieder, daß Gewalt alles ist, genau wie beim Bowlen.
Besonders Ändis Spezialschlag traf auf eine hohe Zustimmung der in der
Nähe stehenden Golfer. Ja gut, sie waren schon etwas überrascht,
doch weiter ist keiner von ihnen jemals gekommen. ..wie dieser Spezialschlag
ging?...Das ist ganz einfach. Man stelle sich vor, das einser Eisen ist kein
einser Eisen, sondern ein Feldhockeyschläger. Man nimmt drei, vier Schritte
Anlauf, macht einen Kreuzschritt, schießt auf den Ball zu und peest ihn mit
voller Wucht gen Horizont.
Als Vorbild kann da ruhig der alte
gute Happy Gilmore dienen. Das hat nicht nur einmal geklappt, sondern fast immer.
Am Abend dann hatten wir uns vorgenommen, ein wenig zu trinken
und fast volltrunken gingen wir in die Stadt. Vorher schlug jedoch noch der
Tolpatsch Teufel ein zweites Mal zu und irgendwie landete nämlich ein
Bier auf Ändis Kuscheldecke, PATSCH grölten die anderen direkt los,
nicht nett, so eine Decke hat auch Gefühle... In der Stadt war es dann auch
ziemlich scheiße, und herb enttäuscht mußten wir schon bald den
Rückweg einschlagen, denn es gab keine vernünftige Kneipe oder Disco
und Beni und Stefan waren irgendwie verschwunden. Hense machte dann das Unglück
noch perfekt und verstauchte sich den Knöchel, toll, das mit dem Wandern war´s
dann wohl...
Als Beni und Ködl dann am nächsten Morgen Brötchen holten
erblickte zwei Mädels die beiden. Stefan hatte ihnen aus Spaß vorher
mal zu gewunken und jetzt wollten sie sich mit uns verabreden. Zu Hause mußte
dann erst einmal die Truppe überredet werden und Stefan nahm diese Gelegenheit
erst einmal wahr, um seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Schon zuvor hatte er
immer wieder von Gedärmen rausquetschen, Sack einklemmen und noch VIEL, VIEL
schlimmeren Sachen erzählt (es könnten Minderjährige diesen Artikel lesen).
Wir hatten uns schon Sorgen gemacht, erklärten uns diesen Zwischenfall jedoch damit,
daß seine Laura ja nicht da war. Nun jedoch war er am Höhepunkt
seiner Kreativität angelangt und die beiden Mädels wurden ausgeweidet,
benutzt (nicht nur zum putzen), niedergemacht und durch jede Menge Folterinstrumente
zerstückelt. Sie mußten nackt über abfallende Drahtseile rutschen und
sich mit so einigen Pressen, Quetschen und Sägen bekannt machen, es war
wirklich furchtbar, dennoch haben wir alle gelacht. Am Abend war es dann soweit,
die beiden Mädels kamen, abgeholt von Beni und Hense. Da lief allerdings noch
ein Rugbyspiel im Fernsehen, ein ziemlich gutes, es war sogar das Finale. Da konnten
wir natürlich keine Rücksicht nehmen und so mußten auch sie mitgucken.
Ich will mich nicht länger mit diesen seltsamen Kreaturen abgeben, kurz gesagt,
sie waren dermaßen dumm und leicht verarschbar, daß sie leichte Opfer
für Ködl und Ändi waren. Stefan war leider nicht mehr da
(es war ihm einfach zu blöd) und noch bevor Ködl und Ändi
auf den Höhepunkt des Niedermachens angelangt waren, mußten sie
auch schon gehen, Glück gehabt. Ihr müßt verstehen, diese beiden
Trottelinen waren Anhänger eines Satankultes und laberten irgendwas von
"Priesterin" und "Bruder ist der Hohepriester" und "Rattenblut
trinken" und "scheiß Gott" und so, stellt euch das einfach wie in so einer
billigen Talk-Show vor, wo der Bruder die eigene Schwester durchnimmt und dann
wahrscheinlich noch auffrißt. Sie waren unseren Fragen natürlich nicht
gewachsen, vor allem, weil sie die meisten nicht verstanden haben, etwas so dummes
hat man selten gesehen und wenn wir ihnen noch einmal begegnen sollten, dann werden
wir ihnen diesen Satan schon austreiben, bei der heiligen Inquisition!!!
Schnell, das glühende neuner Eisen, Ködl!!! Ja, man kann die doch nicht
so einfach untergehen lassen, man muß denen doch helfen.....Hense und
Beni waren jedoch fasziniert von diesen beiden Dämonen und nur mit viel
Mühe konnten wir sie wieder zurück in die reale Welt holen,
allerdings hat Hense bis heute erfolgreich die Email - Adresse der einen
Vogelscheuche verstecken können. Diese Austreiberei hat dann auch
fast einen ganzen Tag gedauert, bei Beni ging das was schneller,
doch Hense war ein harter Brocken. Wir wußten nur noch eine
Lösung und so fuhren wir mit ihm erneut zum Sportplatz, frische
Bergluft soll ja gut tun.

Als er so am Tor hing und
schon einige Bälle abgekriegt hatte, sah er es dann auch ein und
wollte nach Hause. Wir gönnten ihm jedoch noch einen Schlaf und
spielten in der Zwischenzeit Fußball. Als die anderen dann Basketball spielten,
sind Hense und Ändi zum Supermarkt und nach Hause gefahren, um alles für
unser nächtliches Unternehmen vorzubereiten. Nein, wir wollten nicht das Hotel
der beiden Hexen stürmen, sie entführen und ihnen den Satan austreiben,
wir kannten ja die Adresse nicht. Es stand das nächste Abenteuer an.
Vollbepackt mit allen wichtigen Sachen fuhren wir mit den Wagen zu unserer Lieblingsalm,
welche wir schon ziemlich gut kannten. Den Rest mußten wir jedoch zu
Fuß zurück legen, ganze drei Kilometer Bergauf. Dort lag nämlich
eine coole, natürliche Höhle
und sie wurde auserwählt,
uns Helden als nächtlichen Unterschlupf zu dienen, DSA wurde natürlich auch
gespielt. Die Höhle hatte zwei Räume, von dem wir jedoch nur den ersten,
vorderen benutzten. Dort wurde ein riesiges Lagerfeuer aufgebaut
und unsere Qualitätsaxt, welche ja schon erfahren war, lieferte dem Feuer das
nötige Holz (was die Axt nicht schaffte, mußte der Holzvorrat einer
abgelegenen Almhütte hergeben). Der Boden wurde erst einmal gesäubert
und der Eingang wurde mit einer Steinmauer aus herumliegenden Steinplatten abgedeckt.

Als wir mit dem Lager fertig waren wurde es schon dunkel und die Aussicht
mit dem Sonnenuntergang war unvergeßlich. Wir machten es uns gemütlich,
mit vielen Decken, Kissen, Schlafsäcken und Andre´s Zeltplane
(aufgeheizte Steine dienten als Wärmflaschen). Benis Zelt war
irgendwie nicht mehr zu gebrauchen, denn er hatte es seit Gluringen (August 99)
nicht mehr ausgepackt und damals wurde es feucht eingepackt. Es war wirklich widerlich.
Die coolste DSA Nacht brach an und während es draußen
anfing zu schneien lagen wir vor einem riesigen Feuer und taten das
wohl vernünftigste, was man in dieser Situation machen konnte,
DSA spielen. Die Nacht war einmalig

und all die dummen Ereignisse vom Vortag waren vergessen.
Wir aßen unseren Proviant, dick eingemümmelt
in unsere Decken und lauschten den Geräuschen der Natur, oder den
Worten des Meisters. Bären, Wölfe oder wilde Urschweizer kamen nicht
und sie hätten auch keine Chance gehabt, denn Beni lag mit gezogener Axt
in der Nähe des Eingangs und allein durch die hier entstandenen mystischen
Kräfte hätte er jeden Angreifer mit einem Schlag gespalten. Auch hatte
Beni keine Sehnsucht nach seinem Sofa und so spielten wir lange, sehr lange.
Am nächsten Morgen dann wachten wir auf, wir mußten irgendwie
eingeschlafen sein, kein Wunder bei der Gemütlichkeit. Das Feuer war
ausgegangen und es wurde doch ein wenig kalt. Außerdem waren Hense
und Stefan verschwunden und auch unsere Suche brachten die beiden nicht
wieder her, waren sie gegangen? Auf der Suche nach ihnen verstauchte sich
Beni das Knie und wir fuhren dann wieder nach Hause, sollten sie doch bleiben
wo sie waren, das Auto stand jedenfalls noch am Parkplatz. Ködl, Beni und
Ändi kauften dann lecker ein

und frühstückten auf der
Treppe vor der Wohnung, den Schlüssel hatten die anderen. Wenig später
kamen dann die beiden Ausreißer. Sie verkündeten stolz, daß sie
in der Nacht weggegangen waren, in ihr geheim aufgebautes Zelt und dort soll es
auch ziemlich warm gewesen sein. Oh, wie toll, solche Weicheier. Dann hätten
wir ja direkt im Garten zelten können. So wird aus denen natürlich nie etwas.
Die Weicheier wurden dann auch erst mal ausgelacht und kräftig verarscht und
später waren sie dann wohl doch nicht mehr so stolz auf ihre Tat und sie hatten
durch ihre eigene Dummheit das halbe Abenteuer verpaßt. Die Bitten,
noch einmal dort oben zu übernachten, wurden von uns abgeschlagen,
sie mußten aus ihrer falschen Tat etwas lernen. Der letzte Tag brach
an und wir spielten das Abenteuer noch zu Ende, verabschiedeten uns von dieser
schönen Gegend
und Ändis Kuscheldecke
roch am Ende der Reise nun nach Ravioli, nach Bier und nach einem kräftigen
Lagerfeuer – sprich, nach den ganzen coolen Ferien. Der letzte Tag ist nie so gut
und deshalb wird hier auch nicht darüber gesprochen, genauso wenig über
die Rückfahrt, welche wie immer ein reines Debakel war. Wir verließen
mit Crans Montana den Spaß des Lebens, bis zum nächsten Mal...