Wir waren da draußen I



Die Erschaffung des Sonderkampfkommandos Sperber
-oder-
Wir waren da draußen I

Nach einem langen DSA Abend waren Beni, Arndt und André schon sehr müde und wollten unbedingt schnell ins Bett. Stefan, Ködl und Ändi blieben natürlich auf, denn sie waren aus einem anderen Holz geschnitzt. Damals, ja damals konnte man auch nicht einfach sagen "hey, lass uns hier mal ´nen Cut machen",...das ging einfach nicht...

Na ja, die drei Helden kleideten sich also dunkel an, nahmen noch alle wichtigen Gegenstände mit und verließen völlig lautlos das Haus. Das hört sich jetzt einfach an, doch die Vermieterin trieb ein falsches Spiel, war mißtrauisch und neugierig wie ägyptische Seehefe. Wir schafften es dann natürlich dennoch, irgendwie leise aus dem Haus zu kommen. Doch da sahen wir schon der nächsten Gefahr ins Auge. Wir mußten völlig lautlos und in dunkelster Nacht den rutschigen Hang hinunter, ohne in dem kleinen Bach am Ende des sogenannten Todeshanges zu landen. Endlich machte sich das lange Training am hauseigenen Hang in Crans Montana bezahlt. Wir mußten danach noch Schienenbahngleise überqueren (was allerdings nicht allzu spannend war) und dann tauchten wir in den dunklen Wald ein, das Abenteuer konnte beginnen...

Wir entschieden uns, die Kaserne in nächster Nähe mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Sicherheitsschilder mißachtend brachen wir also in militärischen Sicherheitsbereich ein und schlichen von Haus zu Haus. Einige der Fenster waren geöffnet und man konnte einige schlafende Personen ausmachen. Ändi konnte sich kaum noch halten vor lachen, denn ihm war mal wieder was sensationell gemeines eingefallen. Man zog sich zur Beratung zurück und Ändi machte den Vorschlag, diese Leute unauffällig zu wecken und sie dann vom Fenster aus zu erschrecken. Man stelle sich vor: Man wacht mitten in der Nacht auf, guckt sich noch schlaftrunken um, schaut aus dem Fenster, weil man von dort ein leises Geräusch gehört hat, als dann plötzlich drei Personen im Fenster stehen und einen anschreien. Ja, lustig ist das nicht! Auf Herzinfarkte achtend und auch unserer Sicherheit wegen (wir wollten nicht von irgend so einem Wachhund gerissen werden) ließen wir das dann doch sein und schlichen weiter. Der Wohnwagen am Fluß war dann unser nächstes Ziel und da wäre es dann auch schon fast soweit gewesen...

Wer konnte denn ahnen, daß da so ein dummer Köter drin saß und mit seinem Geplärre die anderen Hunde der Kaserne weckt? Flucht war angesagt!!! Allen Göttern zum Dank hatten wir vorher schon einmal den Fußballplatz besucht, daß wir dabei an der Kaserne vorbeikamen war nun sehr hilfreich. Vor allem, weil wir die Gefahren der Gegend ja nun schon kannten. Als wir nämlich am vorherigen Abend Holz besorgen wollten, wurden wir von einer der gemeinsten und hinterhältigsten Fallenarten überrascht. Eine Alarmkuh stand in tiefer Dunkelheit nicht einmal 20 Meter vom Holzvorrat entfernt auf einer Weide und schlug Alarm, als wir uns ihr näherten. Dies wäre uns dann auch fast zum Verhängnis geworden, denn wer kennt sich schon mit den Gefahren auf einem Bauernhof aus? Stundenlang, Tag und Nacht stand sie auf der Weide. Sobald man sich ihr auf dreißig Meter näherte fing sie an rumzublöken und mit ihrer riesigen Glocke Alarm zu schlagen. Diese neuartige Wacheinrichtung rief natürlich auch in Mitten der Nacht den Bauern auf den Plan und nur durch lautloses Stillhalten auf offenem Terrain konnte man dem Tod durch Schrot entgehen.

Zurück zum eigentlichen Abenteuer. Der Weg zurück zum Haus war also durch die Kaserne und die Alarmkuh versperrt, wir waren abgeschnitten, eingekesselt und völlig auf uns allein gestellt. Mit Hilfe unserer Kameraden konnten wir nicht rechnen, eine ausweglose Situation. Der einzige Weg: die Brücke. Eine völlig alte und morsche Brücke, halb versunken im schier endlosen breiten Fluß wäre jetzt natürlich angebracht, um die Flucht noch einmal spannend zu machen, doch wir mußten uns leider mit einer normalen Fußgängerbrücke zufrieden geben, wie ätzend.
Dafür wurde die Jagd hinter der Brücke aber wieder spannend. In völliger Dunkelheit (Taschenlampen hatten wir natürlich nicht mit, wir wollten ja nicht von jeder dummen Kuh, äh, von jedem dummen Pferd gesehen werden). Hang auf und Hang ab, über Zäune und kleine Flüsse und dann war das Campinglager da. Es war bereits weit nach 12 Uhr und niemand rührte sich in oder vor den Zelten. Wir rechneten natürlich mit Wachen, doch alles war still. Ködl, Stefan und Ändi errichteten erst einmal eine Panzersperre vor dem einzigen Zugangsweg. Ein riesiger Stein sollte dazu dienen und tatsächlich, später sollte es Wirkung zeigen. Es folgte eine genaue Erkundung des Lagers, kleinere Aktionen wie Schuhe in den Fluß werfen oder Tische verstecken, oder einfach die letzte Grillglut in ein Zelt kippen wurden vorgenommen, bevor man sich den Unterkünften des zahlenmäßig hoch überlegenden Gegners widmete. Ja gut, das mit der Glut ist gelogen, aber die Idee war nicht schlecht! Leider sind Zelte heutzutage sehr stabil und der erste Versuch ein Igluzelt einzureißen scheiterte, doch wir wurde nicht entdeckt.
Aber wir konnten doch nicht ohne eine Erfolgsmeldung nach hause. Man sagte sich, jetzt oder nie und es wurde das größte und schwerste Zelt ausgesucht. Bewohnt von mehreren brutalen Motorradfahrern (das schlossen wir zumindest aus den 8 Maschinen vor dem Zelt). Leise schlichen wir uns immer näher, noch näher und....noch etwas näher...Jeder bekam einen der Zeltpfosten und mit einem leisen Signal ("Sperber gelandet") ging es los. Daß wir nur zu dritt waren und ein Pfosten so nicht besetzt werden konnte sollte uns fast zum Verhängnis werden, toll André. Aber: Als wir das Zelt einrissen, wachten natürlich die "Bewohner" auf und versuchten aus dem Zelt zu kommen. Gerade noch rechtzeitig gelang es Stefan einen großen Stein auf den Eingangsbereich zu werfen.....nein, das war wieder nur so ´ne Idee, Stefan hielt einfach nur den Reißverschluß zu. Ködl und Ändi brachten dann das Zelt zum Einsturz und wir flohen schnell in einen nahen Busch, um noch weiter zu beobachten. Motorisierte Einheiten (ein Motorradfahrer) setzten zur Verfolgung an, doch wir waren gut versteckt, denn wir hatten natürlich vorher alle Verstecke und Fluchtwege ausgespäht, dachten wir. Fast wären wir nämlich wieder eingekreist worden, denn keine 5m entfernt von uns waren die Leute aus dem Zelt, bewaffnet mit Taschenlampen, und der Motorradfahrer fuhr hinter uns entlang. Wir mußten also schnell vor das Gebüsch springen, in Richtung Zelt, als das Motorrad an uns vorbeifuhr, und dann schnell wieder dahinter, damit die Zeltheinis uns nicht entdeckten. Nach einiger Zeit des Wartens, wir kicherten uns halb tot als wir beobachteten, was für Streß die Typen hatten, (ja jetzt versuche mal, ein großes 8 Mann Zelt mit Stangen, Vorzelt und doppelter Überdachung mitten in der Nacht mit zwei Taschenlampen wieder aufzubauen- ja und das alles ohne Heringe, ja, da lachste, lustig ist das aber nicht, zumindest nicht für die, die das aufbauen müssen) machten wir uns auf den Nachhauseweg, wir waren zufrieden und erschöpft...